Das Vega ist nicht gleichzusetzen mit der Volatilität einer Option. Das Vega ist eine Sensitivitätskennzahl, welche bei Finanzoptionen, angibt wie sich der Wert einer Option verändert, wenn sich der Einflussfaktor der Volatilität des Basiswertes um einen Prozentpunkt ändert. Anders ausgedrückt beschreibt das Vega die Veränderung einer Option, wenn sich die Volatilität um einen Prozentpunkt verändert.

Obschon Vega eigentlich kein Bestandteil des griechischen Alphabetes ist, wird Vega in Zusammenhang mit Optionen als eine der sechs griechischen Buchstaben gesehen. Aus diesem Grund wird das Vega auch gerne mit den griechischen Buchstaben Kappa, Thau und Lambda bezeichnet. Sowohl in der Fachliteratur, wie auch in der Finanzmathematik werden gerne letztere Bezeichnungen verwendet. Wir werden uns in diesem Artikel auf die Bezeichnung Vega beschränken.

Bedeutung der Volatilität und des Vegas

Durch ein Ansteigen der Volatilität steigt die Schwankungsbreite des Basiswertes. Dies hat einen positiven Einfluss auf den Wert einer Option. Daraus kann abgeleitet werden, dass sowohl Long Call wie auch Short Call Optionen immer ein positives Vega aufweisen. Ihr Wert steigt gleichzeitig, wenn die implizite Volatilität um jeweils einen Prozentpunkt steigt. Als Implizite Volatilität bezeichnet man dabei die Schwankungsbreite einer Option während ihrer gesamten Laufzeit. Betrachten wir nun die Short Put Option und die Short Call Option, so müssen diese ein dementsprechendes negatives Vega aufweisen. Dies ist jedoch nicht bei allen Optionsscheinen gleich. Optionen reagieren ganz unterschiedlich auf Volatilitäten. Generell kann gesagt werden, dass eine hohe Vega Sensitivitätskennzahl angezeigt, dass eine Put Option und eine Call Option auch stärker auf die Volatilität reagiert. Je niedriger der Vega Wert jedoch ist, desto geringer reagiert ein Schein auf die Volatilität. Daraus kann der Trader ableiten, dass Optionen die einen hohen Vega Wert haben im Geld liegen und jene, die nicht im Geld liegen über einen relativ niedrigen Vega Wert verfügen. Die Volatilität ist jedoch auch Bestandteil zur Berechnung des Optionspreises. Mit dem Vega Wert lässt sich ein möglicher Verlust besser einschätzen, da er die Volatilität der Optionspreisformel aushebelt. Nimmt die Volatilität ab, so nimmt auch die Preisbewegung des Basiswertes ab. Dies hat zur Folge, dass die Option billiger wird. Steigt nun die Volatilität an, so ist auch die Preisbewegung des Basiswertes einer größeren Schwankung unterworfen und die Option wird teurer. Optionen mit einer kurzen Laufzeit reagieren nicht so sensibel auf die Volatilität, wie Optionen mit einer langen Laufzeit.

Zusammengefasst können folgende Faktoren und deren Einfluss festgehalten werden:

  • Bei hoher Volatilität ist der Vega Wert höher
  • Bei hoher Restlaufzeit ist der Vega Wert höher
  • Bei Optionen im oder nicht Geld, ist der Vega Wert niedriger
  • Bei Optionen am Geld, ist der Vega Wert höher

Als weiterer wichtiger Einflussfaktor neben der Volatilität sind die Schwankungsbreite und die Restlaufzeit. Die Schwankungsbreite nimmt im Verlauf der Laufzeit ab und damit auch der Wert des Vega. Man kann also festhalten, dass der Vega Wert umso grösser ist, je länger die Laufzeit ist.

Wie berechnet sich das Vega einer Option

Die Berechnungsformel für den Vega Wert lautet:

Vega = Veränderung des Optionspreises / Veränderung der Volatilität

Finanzmathematisch gesehen ist der Vega Wert die erste Ableitung des Optionspreises nach der Volatilität. Freunde der erweiterten Finanzmathematik finden in der einschlägigen Fachliteratur detaillierte Ausführungen zur genauen Berechnung gemäß dem Black & Scholes Modell. Das Vega wird im Handel als Dezimalzahl in Prozent dargestellt.

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