Der US-Dollar (USD) ist das offizielle Zahlungsmittel der Vereinigten Staaten von Amerika. Etwa ein Dutzend anderer, vorwiegend westindischer Staaten wie El Salvador oder Panama, nutzen den US-Dollar ebenfalls als amtliches Zahlungsmittel. Darüber hinaus sind eine Reihe nationaler Währungen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit fixem Wechselkurs an den Dollar gekoppelt.

Ökonomische Bedeutung des US-Dollars

Die Ära des Dollars als ultimative Leitwährung ist zwar vorbei, dennoch ist das US-Zahlungsmittel nach wie vor die wichtigste Transaktions- und Reservewährungen der Welt. Etwa die Hälfte aller globalen Handelsaktivitäten wird in Dollar abgewickelt. Darüber hinaus werden etwa 65 Prozent der globalen Währungsreserven in Dollar gehalten. Der Euro hat im Vergleich hierzu die 30-Prozentschwelle noch nicht überschritten. Seit dem Zusammenbruch des Brettom-Woods-Systems in den 1970er Jahren verdankt die US-Währung ihre starke Stellung dem Umstand, dass Rohöl, und in Folge eine Reihe anderer wichtiger Rohstoffe, ausschließlich in USD gehandelt werden.

Eine D-Mark war lange Zeit im Durchschnitt ungefähr 0,5 Dollar wert. Der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar hat sich dagegen rasant entwickelt. Die Gemeinschaftswährung startete 1999 mit einem Kurs von 1,1833 USD und verlor zunächst kontinuierlich an Wert. Kurz nach der Euro-Bargeldumstellung im Jahr 2002 fiel ihr Kurs auf auf 0,8907 USD, gewann aber innerhalb kurzer Zeit fast 18% hinzu und kletterte auf 1,0488 USD. Die größten Kursverluste verzeichnete der Dollar in Folge der amerikanischen Immobilienkrise ab 2007. 1 Euro war in dieser Phase zeitweise mehr als 1,5 Dollar wert. Zwischenzeitlich hat sich der Wechselkurs bei einem Wert von etwa 1,1 Dollar pro Euro eingependelt.

Herausgabe und Stückelung des US-Dollars

Der US-Dollar wird, anders als oft behauptet, nicht von der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve Bank), sondern vom „Board of Governors of the Federal Reserve System“, dem wichtigsten Ausschuss des US-Zentralbanksystems, herausgegeben, der auch die Federal Reserve Bank selbst beaufsichtigt. Die für den Noten- und Münzdruck zuständige Behörde ist das „Federal Bureau of Engraving and Printing“, welches derzeit Dollar-Noten in den Einheiten, $1, $2, $5, $10, $20, $50 und $100 drucken lässt. Alle Dollar-Noten haben, unabhängig von ihrem Wert, die gleiche Größe und Farbgebung und wiegen genau ein Gramm.

Auf der Vorderseite zeigen die Noten berühmte Politiker der amerikanischen Geschichte. Den 1-Dollar-Schein ziert George Washington, der erste Präsident der USA. Auf der 5-Dollar-Note prangt das Konterfei von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten, dem die Abschaffung der Sklaverei zugeschrieben wird. Die US-Banknoten waren mehr als ein Jahrhundert lang eine reine Männerdomäne. Das soll sich ab 2022 wieder ändern. Die Afroamerikanerin Harriet Tubman, die entflohene Sklaven unterstützte, wird Alexander Hamilton, den ersten Schatzmeister der USA, auf dem 10-Dollar-Schein ablösen. Die erste Frau auf einer Dollar-Note war die Häuptlingstochter Pocahontas, die von 1865 bis 1869 auf dem 20-Dollar-Schein zu sehen war. Als bisher letzte Frau erschien Martha Washington auf einer 1-Dollar-Silber-Note, die aber ab 1897 nicht mehr gedruckt wurde.

Dollar-Münzen gibt es als 1 Cent (Penny), 5 Cent (Nickel), 10 Cent (Dime), 25 Cent (Quarter), 50 Cent (Half-Dollar) und als 1-Dollar. Der Viertel-Dollar-Münze kommt die größte praktische Bedeutung zu, da sie für die Bedienung fast aller Automaten, die Bargeld akzeptieren, benötigt wird.

Geschichte des US-Dollars

Die amerikanischen Kolonien bemühten sich bereits ab 1690 um die Entwicklung einer eigenen Währung. Vom britischen Mutterland wurden diese Tendenzen aber mit Argwohn beobachtet und schließlich unterbunden. Wichtigste Währung in Nordamerika war deshalb lange Zeit der spanische Dollar. Mit Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1775 wurden auch die ersten nordamerikanischen Dollarnoten herausgegeben, die sich aber wegen der geringen Finanzkraft des dahinterstehenden Systems und der hohen Fälschungsanfälligkeit nicht durchsetzen konnten. Der Dollar, wie wir in heute kennen, wurde erst zehn Jahre später, also 1785, geschaffen und als Währung in den neu ausgerufenen Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Der US-Dollar konnte sich anschließend zwar etablieren, stand aber lange Zeit im Schatten des Britischen Pfunds. Das änderte sich erst im Zuge der beiden Weltkriege. Bereits der erste Weltkrieg hatte die europäischen Staaten und Nordamerika finanziell schwer belastet. Durch den zweiten Weltkrieg wurden die Beteiligten noch stärker geschwächt. Groß Britannien, die führende Wirtschaftsmacht der Vorkriegsära, stand in den 1940er Jahren wiederholt kurz vor dem Staatsbankrott. Infolge konnte das britische Pfund seine Funktion als Weltwährung nicht mehr erfüllen. Die westlichen Industriestaaten sahen sich gezwungen, die Weltwirtschaft auf eine neue ordnungspolitische Grundlage zu stellen. Im Juli 1944 fand deshalb im amerikanischen Wintersportzentrum Bretton Woods, New Hamshire, eine Konferenz statt, an der 44 Staaten teilnahmen. Ziel war es, einen völkerrechtlichen Vertrag auszuhandeln, der die Konvertibilität der nationalen Währungen wiederherstellte und eine neues internationales Zahlungsmittel konstituierte.

Zwei Modelle standen zur Verwirklichung dieser Ziele zur Diskussion. Der britische Vorschlag beruhte auf den Ideen von John Maynard Keynes. Keynes war einer der bedeutendsten Volkswirte seiner Zeit und der Begründer der antizyklischen Budgetpolitik. Verhandlungsführer der Amerikaner war der später als Sowjet-Spion enttarnte Ökonom Harry Dexter White. Letzterer konnte sich bei den Verhandlungen weitestgehend durchsetzen. Das Bretton-Woods-Abkommen mündete deshalb in einem System, das den US-Dollar zur Ankerwährung und zum führenden Weltzahlungsmittel werden ließ. Vereinbart wurde ein System fester flexibler Wechselkurse. Die Vereinigten Staaten verpflichteten sich, auf Verlangen eines Staates dessen Dollar-Bestände in Gold einzutauschen. Im Gegenzug waren die anderen Länder verpflichtet, aktive Geldpolitik zu betreiben und die Wechselkurse ihrer Währungen innerhalb eines Intervalls von +/- 1 Prozent zum US-Dollar oder zum Goldkurs zu halten. Gleichzeitig wurde der Wert des Dollars durch eine fixe Relation zum Goldkurs determiniert. Um die Realisierung des Bretton-Woods-Abkommens zu forcieren, wurden der „Internationaler Währungsfonds“ (IWF) und die Weltbank geschaffen. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Abkommen nach Ihrer Gründung im Jahr 1949 bei. Das Betton-Woods-System prägte anschließend fast 30 Jahre die internationalen Finanzbeziehungen. 1971 sahen sich die USA gezwungen, ihre Verpflichtung, die Dollar-Bestände anderer Länder in Gold umzutauschen, aufzukündigen. Ein permanentes Außenhandelsdefizits der Amerikaner in Verbindung mit einer inflationären Geldpolitik hatten die Dollar-Bestände außerhalb der USA auf ein Volumen anwachsen lassen, das einen Umtausch in Gold faktisch unmöglich machte. Diese Entwicklung hat gezeigt, dass stabile Wechselkurse nicht aufrechterhalten werden können, wenn der internationale Zahlungsverkehr frei ausgestaltet ist, die interagierenden Staaten aber eigenständige Geldpolitik betreiben und ihre gesamtwirtschaftliche Entwicklung unterschiedlich verläuft.

Mit dem Ende des Systems fester Wechselkurse hatte der Dollar seine Funktion als Ankerwährung eingebüßt, nicht aber seine Rolle als Leitwährung und wichtigstes internationales Zahlungsmittel.

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